Die besten Lernstrategien und Lernmittel für mehr Erfolg im Jurastudium

18. März 2022
8 MIN READ

Kaum ein Studium ist so lernintensiv wie Jura. Damit du während der Klausuren und im Examen nicht verzweifelst, benötigst du effektive Lernstrategien und Lernmittel. Wir zeigen dir unterschiedliche Möglichkeiten, wie du dich erfolgreich auf die nächste Prüfung vorbereiten kannst.

Auf ein privates Repetitorium kommt es an? Von wegen! Das Lernen während des Jurastudiums kann dir sowieso niemand abnehmen. Indem du den umfangreichen Stoff selbst gut aufbereitest, anwendest und wiederholst, steigerst du deine Erfolgschancen enorm. Auch die richtigen Lernmittel unterstützen deinen Lernprozess. Die Auswahl ist jedoch sehr groß und vielen Jurastudent:innen fällt es zunächst schwer, den Überblick zu behalten. Deswegen zeigen wir dir, worauf es ankommt.

Welche Lernstrategien gibt es?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich auf die Klausuren und das Examen im Jurastudium vorzubereiten. Der Grund dafür: Jeder Mensch ist anders und persönliche Vorlieben und Talente spielen beim Lernen eine große Rolle. Der „one-size-fits-all“-Ansatz für das Prädikatsexamen (oder den Weg dorthin) existiert leider nicht. Die gute Nachricht: Du kannst für dich selbst die effektivste und effizienteste Art der Vorbereitung finden. Egal, welche Lernmethode am besten zu dir passt, diese vier Schritte werden nahezu immer dabei sein: 

  1. Lesen
  2. Verinnerlichen
  3. Anwenden
  4. Wiederholen

Tipp: Wenn du noch nicht weißt, was für dich funktioniert, probiere unterschiedliche Lernmethoden und -methodenkombinationen aus. Hier haben wir dir allgemeine Lerntipps für das Jurastudium zusammengestellt, die gerade Anfänger:innen helfen. 

Schritt 1: Lesen

Beim Lernen für das Jurastudium wirst du nicht um das Lesen herumkommen. Denn Lesen eignet sich besonders gut, um dir einen Überblick über ein Themengebiet zu verschaffen. Als alleinige Lernmethode reicht den meisten angehenden Jurist:innen das Durchlesen allerdings nicht aus. Denn oft bleiben nur wenige Informationen im Kurzzeitgedächtnis haften und sind längst vergessen, wenn die Klausur vor dir liegt.

Schritt 2: Verinnerlichen

In der Klausur und auch im Examen kommt es darauf an, das gelernte Wissen an der richtigen Stelle wiederzugeben. Deshalb solltest du diese Kompetenz schon beim Lernen trainieren. Aber zunächst ist es wichtig, dass du den Stoff verinnerlichst. Dir stehen dafür verschiedene Methoden mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen offen: 

  • Auswendiglernen 
  • Mindmaps
  • Assoziationsketten

Etwas auswendig wiedergeben zu können, bedeutet nicht, dass du es wirklich verstanden hast! Die Vorteile von Methoden wie Mindmapping oder dem Bilden von Assoziationsketten liegen in der Verbindung von Schlagwörtern zu Sinneinheiten. Insbesondere wenn du komplexe Zusammenhänge und Strukturen begreifen und wiedergeben möchtest, eignen sich diese Lernstrategien.

Tipp: Wie gut du dir Fakten gemerkt und Zusammenhänge wirklich verstanden hast, merkst du, sobald du versuchst, sie anderen zu erklären. Wenn du stockst, weißt du sofort, wo du noch Lücken hast.

Schritt 3: Anwenden

Der Transfer des Gelernten ist das A und O in fallbasierten Klausuren und im Examen. Um das Anwenden deines Wissens zu üben, kannst du:

  • Alt- und Übungsklausuren nutzen,
  • Beispielfälle lösen,
  • an Moot Courts bzw. Mock Trials teilnehmen.

Da es hier noch nicht um die Bewertung deiner Leistung geht, kannst du verschiedene Möglichkeiten ausprobieren und bei deinen Lösungsskizzen kreativ werden. Auf diese Weise schulst du nicht nur deine Fallkompetenz, sondern verbesserst auch deine Geschwindigkeit! Denn viel Zeit hast du in der Prüfungssituation nicht. 

Schritt 4: Wiederholen

Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Das gilt auch für die meisten Jurist:innen. Um dein Wissen zu festigen und in deinem Gedächtnis zu verankern, solltest du den Lernstoff gerade vor der Prüfung regelmäßig wiederholen. Auch hierfür gibt es verschiedene Techniken: 

  • dich mit Karteikarten abfragen
  • Zusammenfassungen schreiben
  • mit dem Lernpartner oder in Lerngruppen üben

Es kommt beim Wiederholen vor allem darauf an, dass du am Ball bleibst. Je öfter du dich mit dem Stoff befasst, desto besser und länger kannst du ihn dir merken.

Der ideale Ort zum Lernen

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Wo du lernst, ist ganz dir überlassen. Wichtig ist, dass du dich am Ort deiner Wahl gut konzentrieren kannst und nicht ständig unterbrochen wirst. Ob das die ruhige Uni-Bibliothek, dein WG-Zimmer oder ein belebtes Café ist, ist zweitrangig. 

Sei ehrlich zu dir selbst: Wenn du ständig abgelenkt wirst, solltest du dir besser einen anderen Ort zum Lernen suchen. 

Lehrbücher, Skripte und Co.: So nutzt du die verschiedenen Lernmittel am besten

Als angehende:r Jurist:in hast du eine Vielzahl an Lehrmitteln zur Prüfungsvorbereitung zur Auswahl. Gerade Studienanfänger:innen fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten und die richtige Wahl zu treffen. Denn das Angebot ist groß:

  • Lehrbücher
  • Skripte
  • Vorlesung und Übung
  • Fallsammlungen
  • Fachzeitschriften
  • Digitale Lernangebote

Auf welche Lernmittel solltest du dich also fokussieren? Wie so oft lautet die Antwort: Es kommt darauf an, 

  • was deine persönlichen Ziele sind, 
  • für welche Prüfung du lernen möchtest und 
  • wie fortgeschritten dein Kenntnisstand ist.
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Lehrbücher

Du kennst es wahrscheinlich: Professor:innen empfehlen zu Beginn der Vorlesungszeit das von ihnen (mit-)verfasste Lehrbuch zur Klausurvorbereitung. Dieses ist sicherlich eine gute Wahl, doch für eine gründliche Vorbereitung – gerade auch für das Examen – ist der Blick in weitere Lehrbücher wichtig. Auf diese Weise erhältst du ein umfassenderes Bild eines juristischen Themas oder Fachgebietes. 

Eines ist also klar: Lehrbücher solltest du auf jeden Fall nutzen! Meist sind sie allerdings nicht in ihrer Gänze relevant, aber enthalten einzelne Kapitel oder Abschnitte zu deinem Klausurstoff. 

Achtung: Meinungen ändern sich, auch juristische! Vergiss deshalb nicht, auf das Erscheinungsdatum des Lehrbuchs zu achten. Arbeite, wenn möglich, mit den aktuellen Ausgaben, die die neuste Rechtsprechung und Gesetzesreformen berücksichtigen! 

Bonus Tipp: Lehrbücher sind auch für Hausarbeiten hilfreich, da sie zitierfähig sind und relevante Verweise auf wissenschaftliche Literatur beinhalten! 

Skripte

Skripte fassen ein juristisches Thema oder Fachgebiet meist kurz und bündig zusammen. Dieses Lernmittel hilft dir, schnell die wichtigsten Informationen zu erhalten. Im Gegensatz zu Lehrbüchern haben sie jedoch keinen wissenschaftlichen Anspruch. Dies ist gerade für Jura-Anfänger:innen praktisch, die einen Überblick über ein Rechtsgebiet erhalten und sich mit den wichtigsten Aspekten vertraut machen möchten. Auch für alle, die „auf den letzten Drücker“ lernen, ist die Arbeit mit Skripten ratsam, da sie nicht so sehr ins Detail gehen. Bedenke aber, dass dies auch nachteilig sein kann: Der mangelnde Tiefgang spiegelt sich schnell auch in deiner Klausur, sofern du nicht weitere Lernmittel zur Vorbereitung heranziehst! Gerade auch im Hinblick auf Fallklausuren solltest du dich also nicht allein auf Skripte verlassen!

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Vorlesung und Übung

Auch wenn es keine Anwesenheitspflicht gibt, lohnt sich der regelmäßige Besuch von Vorlesungen und Übungen. Den Stoff kannst du dir selbst aneignen, sagst du? Grundsätzlich liegst du damit sicherlich richtig. Du sparst dir allerdings viel Zeit beim Lernen, wenn du Vorlesungen und Übungen richtig nutzt! Zum Beispiel, indem du nicht nur passiv zuhörst, sondern aktiv mitschreibst oder Fragen stellst. Wenn du Unklarheiten direkt beseitigen kannst, musst du später nicht lange recherchieren.

Die Vorlesung hat auch Vorteile, die über die reine Wissensvermittlung hinaus gehen: So geben Professor:innen versteckte oder offene Hinweise zur Klausur, die du sicherlich nicht verpassen möchtest. Außerdem spiegelt sich in der Schwerpunktsetzung der Vorlesung oft auch die Schwerpunktsetzung der Prüfung (genau wie in den Forschungsfeldern der Professor:innen und Dozent:innen). An der Klausur „vorbei zu lernen“ wird also schwieriger, wenn du die Vorlesung regelmäßig besuchst. 

Fallsammlungen

Gutachten- oder Urteilsstil? Viele Jura-Klausuren von Strafrecht bis Zivilrecht müssen in Form eines Gutachtens oder Urteils gelöst werden. Die jeweiligen Stile und die dazugehörigen Formulierungen sind für Anfänger:innen oft schwierig. Du kannst sie allerdings gut üben, indem du dich mit Fallsammlungen vorbereitest. Wichtig ist, dass du nicht die Fälle selbst auswendig lernst, sondern dich mit dem Umgang mit unterschiedlichen Fällen in den Rechtsgebieten vertraut machst. So kannst du in Klausur und Examen souveräner auf unbekannte Sachverhalte abseits der „Standardprobleme“ reagieren.

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Fachzeitschriften

Um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, bietet sich das (zumindest gelegentliche) Lesen von Artikeln in juristischen Fachzeitschriften an. Für Student:innen gibt es spezielle Zeitschriften, die aktuelle juristische Themen – teilweise prüfungsrelevante! – in Aufsätzen verständlich wiedergeben. Auch Falllösungen sind in einigen enthalten. Insbesondere für die schriftliche Examensprüfung können sie wertvolle Hinweise enthalten. 

Die bekanntesten Ausbildungszeitschriften sind:

  • Juristische Schulung (JuS)
  • Juristische Arbeitsblätter (JA)
  • Juristische Ausbildung (JURA)

Tipp: Du musst kein teures Abonnement abschließen, sondern kannst die Ausgaben über deine Uni-Bibliothek beziehen.

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Digitales Lernen

Die Digitalisierung hat auch das Jurastudium erreicht! Ob morgens in der Bahn zur Uni, in der Bibliothek oder abends in der Werbepause beim Fernsehen: Mit digitalen Karteikarten, Podcasts oder der App „Jurafuchs“ kannst du überall lernen, denn du hast das klausurrelevante Wissen immer in deiner Hosentasche. Außerdem stärkst du mit dem Lösen der realitätsnahen Fälle nach aktueller Rechtslage auch deine Fallkompetenz. Das gibt sicherlich mehr Punkte als Candycrush 😉

Fazit

Tipps und Tricks, um erfolgreicher durch das Jurastudium zu kommen, gibt es viele. Auch die hier genannten Strategien und Mittel sind nur ein kleiner Ausschnitt. Im Austausch mit Kommiliton:innen erfährst du sicherlich weitere Möglichkeiten, um dich effektiv auf Klausuren und das Examen vorzubereiten. Unabhängig davon ist es ratsam, die unterschiedlichen Strategien und Mittel nicht exklusiv zu nutzen, sondern in unterschiedlicher Kombination anzuwenden. Das macht dich letztendlich flexibler im Umgang mit den vielfältigen Herausforderungen des Jurastudiums – und der späteren Praxis!

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Hipp, hipp,
Jura!

Echtes Verständnis für Dein Jurastudium.

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