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Deutschlands Landesparlamente im Studiums-Check: Diese Universitäten bringen die meisten Parlamentarier hervor

14/07/2026

Nicht nur im Bundestag gilt ein erfolgreich abgeschlossenes Studium oftmals als Sprungbrett in die Politik. Auch in den Landtagen dominieren die Akademiker die Parlamente: 70,9 Prozent aller Parlamentarier der 16 Bundesländer weisen ein erfolgreich abgeschlossenes Studium auf. Das geht aus einer Analyse der führenden juristischen Lernplattform Jurafuchs hervor, bei der die akademischen Werdegänge von insgesamt 1.898 amtierenden Landtagsabgeordneten ermittelt wurden. Die größten Kaderschmieden für Landespolitiker befinden sich demnach in Hamburg und Berlin.

In diesen Bundesländern sitzen die meisten Akademiker im Parlament

Je nach Bundesland unterscheidet sich die Akademikerquote teilweise deutlich. Besonders hoch ist die Quote an Abgeordneten mit erfolgreich abgeschlossenem Studium in Berlin und Hamburg: Im Berliner Abgeordnetenhaus haben 85,5 Prozent der Mandatsträger studiert, in der Hamburgischen Bürgerschaft 82,6 Prozent. Es folgen der hessische (73,7 Prozent) und der nordrhein-westfälische Landtag (73,3 Prozent) vor dem schleswig-holsteinischen Landtag (72,5 Prozent).

Weniger Akademiker sitzen hingegen in der Bremischen Bürgerschaft und im Landtag von Sachsen-Anhalt mit jeweils 59,8 Prozent, gefolgt vom Saarland (62,7 Prozent) und dem sächsischen Landtag (63,3 Prozent). Knapp davor rangiert der brandenburgische Landtag (64,8 Prozent).

So fällt der Anteil je nach Partei aus

Im Hinblick auf die Parteien führt Bündnis 90/Die Grünen mit 81,2 Prozent das Akademiker-Ranking an. Häufig studiert haben auch Abgeordnete von DIE LINKE sowie von der CSU mit 79,5 bzw. 76,5 Prozent, gefolgt von der CDU (75,8 Prozent) und der SPD (74 Prozent). Deutlich geringer ist der Anteil an Abgeordneten mit absolviertem Studium bei der AfD, wo nur knapp jeder Zweite studiert hat (48,1 Prozent).

Universität Hamburg bringt die meisten Parlamentarier hervor

Keine Hochschule taucht in den Lebensläufen so häufig auf wie die Universität Hamburg: Insgesamt 73 amtierende Landtagsabgeordnete haben dort studiert. Beliebt unter den Politikern ist auch ein Studium in der Hauptstadt an der Freien Universität Berlin (55 Abgeordnete) und der Humboldt-Universität zu Berlin (53 Abgeordnete). Die Top Fünf komplettieren die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (38 Abgeordnete) und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (37 Abgeordnete).


Auffällig ist, wie stark die regionale Bindung beim Studienort vielerorts ausfällt: Im Saarland (78,1 Prozent), in Nordrhein-Westfalen (76,2 Prozent) und in Bayern (75,4 Prozent) war die große Mehrheit der studierten Abgeordneten im eigenen Bundesland an der Hochschule eingeschrieben. Das Gegenteil zeigt sich im Osten der Bundesrepublik in Brandenburg und Sachsen-Anhalt: Dort haben nur rund 21 bzw. 38 Prozent der Abgeordneten mit Studium im eigenen Bundesland studiert – viele zog es stattdessen in benachbarte Hochschulstädte wie Berlin, Leipzig, Göttingen oder Dresden. Der Gesamtschnitt liegt mit 72 Prozent, die für ihr Studium im eigenen Bundesland geblieben sind, deutlich höher.

Einige Parlamentarier haben ihre Studienzeit zudem nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland verbracht. Am häufigsten zog es die Abgeordneten dabei an die Universität Maastricht in den Niederlanden sowie nach London (je vier Politiker), gefolgt von Paris – unter anderem an die renommierte Sciences Po – und der englischen Universität Liverpool sowie der Universität in Genf (je drei Abgeordnete).

Diese Studiengänge dominieren die Lebensläufe der Abgeordneten

Wie auch im Bundestag dominieren die Juristen: Mit 282 Abgeordneten hat mehr als ein Fünftel aller Parlamentarier ein Studium in Rechtswissenschaften absolviert. Deutlich dahinter folgen die Politikwissenschaftler (118 Abgeordnete), die Betriebswirtschaftslehre (100), Geschichte (40) und Lehramtsstudiengänge (38). Daneben finden sich auch einige ausgefallene Fächer in den Biografien: Opernregie etwa studierten Abgeordnete in Brandenburg und Sachsen. In Berlin sitzt eine studierte Ägyptologin im Parlament, in Hamburg eine Abgeordnete mit Arabistik im Lebenslauf und in Schleswig-Holstein gleich zwei mit einem Studium der Skandinavistik.

Abbrecher und Studierende unter den Abgeordneten

Nicht immer haben die Landespolitiker ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. Die meisten Studienabbrecher sitzen im nordrhein-westfälischen und im hessischen Landtag mit jeweils sechs Abgeordneten. Im Gesamtschnitt liegt die Abbrecherquote bei 2,1 Prozent. Weitere 1,2 Prozent sind aktuell noch als Studierende eingeschrieben. Besonders viele studierende Politiker gibt es in Baden-Württemberg, Berlin und Bremen mit jeweils drei aktuell noch eingeschriebenen Abgeordneten.

Jurafuchs-Gründer: Studium allein reicht für das Amt als Abgeordneter nicht aus.

„Mehr als zwei von drei Landtagsabgeordneten haben ein Studium abgeschlossen und sich damit ein für die politische Arbeit wichtiges theoretisches Fundament aneignen können. Aber: Ein Studium allein bereitet niemanden auf das Amt als Landtagsabgeordneter vor“, kommentiert Dr. Carl-Wendelin Neubert, Mitgründer von Jurafuchs. Er ergänzt:


„Wer politische Verantwortung trägt, sollte analytisch denken, präzise arbeiten und strukturiert argumentieren können. Außerdem ist es wichtig, politische Prozesse und die Gesetzgebung zu verstehen. Das Jurastudium vermittelt viele dieser Fähigkeiten. Dass es unter den Abgeordneten das mit Abstand häufigste Studienfach ist, überrascht deshalb kaum. Genauso wichtig ist, dass in den Landesparlamenten Menschen mit ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen vertreten sind. Gute Politik lebt von verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen. Entscheidend ist aber: Politisch Verantwortliche müssen ein Verständnis der tatsächlichen Probleme der Menschen haben, die sie vertreten, und entsprechend zielgerichtete Lösungen anbieten. Ein abgeschlossenes Studium bietet dafür allenfalls die Eintrittskarte.“

Über die Untersuchung

Für den Vergleich wurden die akademischen Laufbahnen von insgesamt 1.898 amtierenden Abgeordneten aus den 16 Landesparlamenten berücksichtigt. Als Primärquelle dienen die offiziellen Abgeordneten-Biografien der aktuellen Wahlperioden. Sollte es dort keine hinreichenden Informationen geben, wurden alternative Quellen herangezogen. Im Zuge des Wahlperiodenwechsels befindet sich die Seite des baden-württembergischen Landtags noch im Aufbau. Außerdem gibt es über die Abgeordneten des Landtags in Rheinland-Pfalz keine biografischen Angaben auf den offiziellen Seiten, weshalb für die beiden Länder ausschließlich alternative Quellen genutzt wurden. Erfasst wurde das Studium, die Studienorte und -gänge sowie der höchste Abschluss. Bei mehreren gleichwertigen Abschlüssen wurde der Abschluss der Berufsbezeichnung berücksichtigt.

Über Jurafuchs

Jurafuchs (www.jurafuchs.de) ist Deutschlands führende Lernplattform für angehende Juristen. Die App vermittelt prüfungsrelevantes Wissen und juristische Fähigkeiten für das gesamte Jurastudium, das Rechtsreferendariat und darüber hinaus. Auf Grundlage aktueller lernwissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglicht Jurafuchs effektives und anwendungsorientiertes Lernen durch Interaktion, Gamification, Microlearning, KI-gestützte Funktionen und eine aktive Community von fast 20.000 Jurastudenten und Referendaren. Mit über 10 Millionen gelösten interaktiven Aufgaben pro Monat ist Jurafuchs die meistgenutzte Plattform ihrer Art. Strategische Partnerschaften mit 25 Top-Kanzleien und führenden Universitäten, diverse Auszeichnungen als “beliebtestes digitales Lernmittel” und die Verleihung der prestigeträchtigen Comenius Edu Media Medaille 2025 unterstreichen die Marktführerschaft. Das Unternehmen wurde 2018 von Christian Leupold-Wendling, LLM. (Cambridge), Rechtsanwalt Dr. Carl-Wendelin Neubert und Steffen Schebesta gegründet.

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