Uni-Lern-Ranking 2026: Hier wird am meisten gepaukt
17/09/2026
Nach der Prüfungsphase ist vor dem Semesterbeginn: Ab Oktober füllen sich Deutschlands Hörsäle wieder und es wird fleißig gelernt. Wie sehr sich das Lernverhalten je nach Universität unterscheidet und wo das Lernpensum kurz vor den Prüfungen besonders deutlich zunimmt, zeigt eine aktuelle Analyse der Lernplattform Jurafuchs. Demnach steigt die Lernintensität an den Universitäten in den drei Wochen vor den Prüfungen im Schnitt um ein Drittel und an einer Universität sogar um mehr als 70 Prozent an.
Für die Untersuchung wurden mehr als 100 Millionen Lerneinheiten von über 11.100 Studierenden an 37 Universitäten ausgewertet. Eine Lerneinheit umfasst dabei das Bearbeiten von Fällen, Fachfragen, Karteikarten und anderen digitalen Lernformaten. Die Analyse wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt, in diesem Jahr auf einer deutlich größeren Datenbasis: 11.127 statt 6.290 Nutzer und 37 statt 29 Universitäten wurden berücksichtigt.
Trierer Studenten lernen am meisten
Im Schnitt absolvieren die Studierenden der untersuchten Unis 9.063 Lerneinheiten pro Nutzer und Jahr. Spitzenreiter in dieser Statistik ist die Universität Trier mit durchschnittlich 11.379 Lerneinheiten pro Nutzer. Auf Platz zwei folgt die Friedrich-Schiller-Universität Jena mit durchschnittlich 11.276 Lerneinheiten pro Student. Ähnlich fleißig sind die Jurafuchs-Nutzer an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit 10.900 bzw. 10.677 absolvierten Lerneinheiten. Die Top Fünf komplettiert die Hannoveraner Gottfried Wilhelm Leibniz Universität mit 10.585 beantworteten Aufgaben.
Deutlich weniger wird hingegen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gelernt, die mit durchschnittlich 7.331 Lerneinheiten pro Jurafuchs-Nutzer das Schlusslicht bildet. Auch die Studenten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main kommen mit 7.472 bzw. 7.597 Aktivitäten pro Nutzer auf vergleichsweise niedrige Werte. Nur etwas höher ist das Lernpensum an der Universität Hamburg (7.678) und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (7.799).
Universität Bielefeld ist die Hochburg der nächtlichen Lernaktivitäten
Wer kurz vor seiner Prüfung steht, lernt oftmals Tag und Nacht. Besonders die Studenten der Universität Bielefeld bleiben mit anteilig 16,1 Prozent sogar zwischen 22 und 06 Uhr wach, um sich Prüfungswissen anzueignen. Dahinter folgen die FernUniversität in Hagen (15,8 Prozent), die Universität Augsburg (14,3 Prozent), die Universität Bremen (14,2 Prozent) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (14 Prozent), wo ebenfalls vergleichsweise häufig gelernt wird, wenn der Rest des Landes schläft.
Hier wird kurz vor den Prüfungen besonders viel gebüffelt
Darüber hinaus gibt es einige Universitäten, an denen die Lernintensität kurz vor den Prüfungen deutlich stärker zunimmt als an anderen. Im Schnitt steigt sie in den drei Wochen vor den Prüfungen um 33,2 Prozent an. Am größten ist der Prüfungsdruck offenbar an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo in dieser Phase 74,4 Prozent mehr Lerneinheiten als im Jahresdurchschnitt absolviert werden. Dahinter folgen die Universität Münster (+67,4 Prozent) und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit einem Lernanstieg von 56,3 Prozent.
Auch unter den Studenten der Universität Trier (+55,5 Prozent) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (+54,3 Prozent) steigt die Lernintensität drei Wochen vor den Prüfungen durchschnittlich deutlich an. Es gibt aber auch zwei Universitäten, an denen die Lernintensität kurz vor den Prüfungen sogar zurückgeht: Unter den Studenten der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover und der Universität Regensburg nimmt das Lernpensum um 4,8 bzw. 1,8 Prozent ab.
Jurafuchs-Gründer: “Mehr lernen bedeutet nicht automatisch besser lernen”
„Mehr als 100 Millionen Lerneinheiten zeigen uns sehr deutlich, wie unterschiedlich an deutschen Universitäten gelernt wird. Besonders auffällig ist, wie stark sich das Lernpensum vielerorts auf die Wochen vor den Prüfungen konzentriert. In Jena werden dann beispielsweise fast 75 Prozent mehr Lerneinheiten absolviert als im Jahresdurchschnitt. Das deutet darauf hin, wie stark der Lerndruck für viele Studierende zunimmt, je näher die Prüfungen rücken. Dass es auch anders geht, zeigen Regensburg und Hannover, wo die Lernintensität vor den Prüfungen sogar leicht abnimmt“, kommentiert Jurafuchs-Mitgründer Dr. Carl-Wendelin Neubert die Ergebnisse der Untersuchung. Er ergänzt:
„Für derartige Analysen eignet sich das Jurastudium besonders gut, denn juristisches Lernen ist stark von Wiederholung und Anwendung geprägt und verlangt über einen langen Zeitraum, Wissen immer wieder abzurufen, auf neue Fälle anzuwenden und dauerhaft zu festigen. Dadurch können wir sehr genau beobachten, wann und wie intensiv Studierende lernen. Dennoch gilt auch in diesem Jahr, in dem wir die Datenbasis noch einmal deutlich erhöhen konnten, dass sich die Ergebnisse nicht uneingeschränkt auf andere Studiengänge übertragen lassen.
Eins ist jedoch für jedes Studium richtig: Mehr lernen bedeutet nicht automatisch besser lernen. Wer weniger Lerneinheiten benötigt, kann genauso gut besonders effizient lernen. Diese Überzeugung hat zu Beginn des Jahres auch eine unabhängige Studie zur Nutzung unserer Lernplattform bestätigt. Demnach ging schon ein vergleichsweise geringer zusätzlicher Lernaufwand mit einer deutlichen Leistungssteigerung einher. Im besten Fall sorgen kontinuierliches Lernen und die gezielte Arbeit an Wissenslücken dann sogar dafür, dass der große Endspurt vor der Prüfung gar nicht erst nötig wird.“
Über die Untersuchung
Für den Uni-Vergleich wurden insgesamt 100.849.416 absolvierte Lerneinheiten von 11.127 Jurafuchs-Nutzern untersucht. Um eine hohe Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden bei der Analyse ausschließlich Universitäten berücksichtigt, an denen während des Untersuchungszeitraumes (25.07.2025 bis zum 24.07.2026) mindestens 100 Jurafuchs-Nutzer jeweils mindestens 1.000 Lerneinheiten absolviert haben. Eine Lerneinheit umfasst dabei das Bearbeiten von Fragen, Karteikarten und anderen digitalen Übungsformaten. Ein direkter Vergleich der Durchschnittswerte aus 2026 mit den Vorjahreszahlen ist nur bedingt möglich, da mehrere Universitäten 2025 nicht Teil der Untersuchung waren.













