Hier studiert es sich am besten: Deutschlands beliebteste Universitäten und Fakultäten im Check
12/05/2026
Ob ein Studium erfolgreich absolviert wird, hängt auch vom Standort ab. Doch nicht mit allen deutschen Universitäten und Hochschulen sind Studierende zufrieden. Sogar innerhalb der Bildungsstätten sind Fakultäten unterschiedlich beliebt, wie ein Vergleich der Lernplattform Jurafuchs zeigt. Dabei wurden die Bewertungen von insgesamt 83 deutschen Universitäten und Hochschulen mit mindestens 10.000 Studierenden sowie deren Fakultäten erhoben. Insgesamt wurden 168.005 Bewertungen auf Google und Studycheck für die Hochschulen und Universitäten sowie 148.728 Bewertungen für alle Fakultäten und Studiengänge erhoben. Im Gesamtschnitt bekommen Deutschlands Hochschulen und Universitäten demnach eine Bewertung von 3,95 Sternen.
Im Süden lässt es sich am besten studieren
Den Titel als beliebteste Universität sichert sich Mannheim: Mit einer Durchschnittsbewertung von 4,3 von fünf möglichen Sternen ist die Universität Mannheim die beste im Universitätsranking. Die Studierenden sprechen in den Bewertungen von einem amerikanischen Campus-Feeling aufgrund der kurzen Wege zwischen den Gebäuden und der ihnen zufolge schönsten Universität. Außerdem heben sie die verschiedenen Bibliotheken der Hochschule positiv hervor, die hervorragend ausgestattet sind, sowie die Qualität der Lehre, die räumliche Kapazität und das Ambiente.
Die Ostbayerische Technische Hochschule in Regensburg kann ebenfalls mit einer Durchschnittsbewertung von 4,23 Sternen von sich überzeugen. Dahinter folgen die Universität Bayreuth mit 4,2 und die Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität mit 4,18 von fünf möglichen Sternen. Absolventen der Magdeburger Universitäten loben die Bildungsstätte und würden sie sofort wieder wählen. Die Universität bietet den Studierenden zufolge die besten Voraussetzungen für ein angenehmes Studium mit moderner Einrichtung, kompetenten Lehrkräften und vernünftigem Mensa-Essen. Den fünften Platz teilen sich die Hochschule Osnabrück und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen mit einer Durchschnittsbewertung von 4,13 Sternen.
Diese Universitäten fallen durch
Weniger positiv fällt die Resonanz der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen aus: Mit durchschnittlich nur 3,59 von fünf möglichen Sternen bildet die Hochschule das Schlusslicht des Rankings. Luft nach oben gibt es den Studierenden zufolge vor allem bei der Koordination des Lehrplans, bei der Auswahl geeigneter Dozenten und der schlechten Ausstattung in den Lehrgebäuden. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin reihen sich mit 3,66 bzw. 3,67 Sternen ebenfalls unten ein. Mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg folgt eine weitere Bildungsinstitution, bei der die praktische Anwendung theoretischer Inhalte im Fokus steht: Nur 3,69 Sterne vergeben die Studierenden der Hochschule. Lediglich etwas besser schneidet die Bergische Universität in Wuppertal mit durchschnittlich 3,70 Sternen ab. Zu den Kritikpunkten gehört unter anderem die Bibliothek, die “unbrauchbar und auf dem Niveau einer durchschnittlichen Stadtbücherei” sei. Auch die organisatorischen Mängel, vor allem bei der Erstellung der Stundenpläne, werden kritisiert.
Aachener Fakultäten können besonders überzeugen
Im Hinblick auf die Fakultäten geht es fachlich und in puncto Bewertungen hoch hinaus am Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der Fachhochschule Aachen: Mit durchschnittlich 4,8 von fünf Sternen ist die Fakultät die bestbewertete aller Universitäten und Hochschulen. In den Rezensionen wird von “freundlichen und motivierten Professoren” sowie einer “super Atmosphäre”gesprochen, bei der “neben Fachkompetenz auch eigene Erfahrungen” vermittelt und vorangetrieben werden. Dahinter folgt die TUM School of Computation, Information and Technology der Technischen Universität München mit einer Durchschnittsbewertung von 4,76 Sternen. Neben der fachlichen Expertise, die die Fakultät laut Nutzer mit sich bringt, ist die Parabelrutsche den Studierenden zufolge ein Highlight. Diese nach einer mathematischen Formel konstruierte Rutsche führt im Gebäude für Mathematik und Informatik aus 13 Metern Höhe hinab und endet in der Magistrale.
Den dritten Platz sichert sich mit der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik eine weitere der Fachhochschule Aachen (4,57 Sterne), gefolgt vom Fachbereich Digital Engineering der Universität Potsdam mit durchschnittlich 4,49 Sternen. Auf dem fünften Rang findet sich mit der kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth die erste nicht-technische Fakultät wieder, die mit durchschnittlich 4,42 von fünf möglichen Sternen ebenfalls gut abschneidet. Zum Vergleich: Im Gesamtschnitt werden die Fakultäten mit durchschnittlich 3,86 von fünf möglichen Sternen bewertet.
Bei diesen Fakultäten gibt es noch Luft nach oben
Mit einer Ausnahme dominiert ein Fachbereich das Tabellenende des Fakultäten-Rankings: Durchschnittlich 1,3 von fünf möglichen Sternen vergeben Studierende der philosophischen Fakultät an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität, die damit das Schlusslicht bildet. Dahinter folgen ausschließlich medizinische Fakultäten: Dazu gehören der Fachbereich Medizin der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität (2,66 Sterne), die Universitätsmedizin an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität (2,96 Sterne), die medizinische Fakultät an der Universität Leipzig (3,29 Sterne) und die Medizinische Fakultät an der Charité von der Humboldt-Universität zu Berlin gemeinsam mit der Freien Universität (3,31 Sterne). Allerdings beziehen sich viele der Bewertungen auch auf die Arbeit in den Universitätskliniken, die zum Ausbildungsort der Studierenden gehören.
Jurafuchs-Gründer: Praxisbezug darf nicht zu organisatorischem Chaos führen.
„Unser Vergleich zeigt, dass der Standort einen erheblichen Anteil daran hat, ob Studierende mit ihrem Studium zufrieden sind oder nicht. Wir sehen dabei sogar deutliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Bildungsstätten je nach Fakultät”, kommentiert Jurafuchs-Mitgründer Dr. Carl-Wendelin Neubert die Ergebnisse der Untersuchung. Er ergänzt:
„Luft nach oben gibt es vor allem beim praxisnahen Studium: Die praktische Anwendung theoretischer Inhalte bereits während des Studiums ist für Studierende hilfreich bei ihrem späteren Werdegang. Jedoch zeigen die Ergebnisse, dass gerade Hochschulen mit einem starken Praxisbezug oft in der Kritik stehen. Das Ziel muss daher sein, die berufliche Praxis so zu optimieren, dass sie nahtlos in den Lehrplan eingebunden wird, ohne organisatorisches Chaos zu verursachen. Universitäten sollten sich diese Kritik zu Herzen nehmen und den Lehrplan so optimieren, dass er in die Lebensrealität der Studierenden passt und so die Außenwahrnehmung der Bildungsstätten verbessert.”
Über die Untersuchung
Für den Vergleich wurden alle Hochschulen bzw. Universitäten mit mindestens 10.000 Studierenden (Stand 2024) berücksichtigt. Nicht berücksichtigt werden konnten die IU Internationale Hochschule und die FOM Hochschule für Ökonomie & Management, da es an den Hochschulen keine Fakultäten, sondern nur Fachbereiche gibt. Zum einen wurden insgesamt 168.005 Bewertungen auf Google und Studycheck für die 83 Hochschulen und Universitäten erfasst. Zum anderen wurden insgesamt 148.728 Bewertungen auf Google und Studycheck für alle Fakultäten und Studiengänge erfasst. Berücksichtigt wurden insgesamt 537 Fakultäten mit mindestens 50 Bewertungen. Für die Auswertung wurde den Studiengängen die jeweilige Fakultät zugeteilt (Stand der Untersuchung: 18. April 2026).







