Job-Vergleich: Hier gibt es die meisten Stellen für Juristen

Der juristische Arbeitsmarkt ist derzeit zweigeteilt: Während im öffentlichen Sektor laut dem Deutschen Richterbund bereits rund 2.000 Strafrichter und Staatsanwälte fehlen, halten sich laut Fachexperten einige Kanzleien und Unternehmen angesichts der konjunkturellen Lage mit Neueinstellungen zurück. Wo Juristinnen und Juristen dennoch die besten Jobchancen haben und mit welchen Benefits Arbeitgeber um Talente werben, zeigt eine aktuelle Auswertung der Lernplattform Jurafuchs. Dafür wurden insgesamt 1.555 Stellen über das Jobportal Indeed erfasst und hinsichtlich des Standortes, des Arbeitgebers, der Art der Position und weiteren Angaben verglichen.

In diesen Städten gibt es anteilig die meisten offenen Positionen
Demnach fallen in Düsseldorf auf 100.000 Stellen im Schnitt 26,8 Jobmöglichkeiten für Juristen – damit gibt es in der Stadt anteilig die meisten Jobs im Rechtsbereich. Juristen auf Jobsuche in Stuttgart haben ähnlich gute Aussichten auf eine Anstellung: Pro 100.000 Stellen gibt es 22,9 offene Positionen im Rechtsbereich. Die Felder, für die Personal gesucht wird, reichen vom Erbrecht, Bank- und Finanzrecht über das Handelsrecht und Arbeitsrecht hin zum öffentlichen Wirtschaftsrecht.

Auch in Frankfurt am Main ist der Bedarf an juristischen Fachkräften groß: Durchschnittlich 22,2 Positionen für Juristen pro 100.000 Stellen sind in der Stadt unbesetzt. Vor allem Unternehmen aus dem Finanzwesen, etwa die Deutsche Bundesbank, die DekaBank Deutsche Girozentrale und die Deutsche Börse, suchen in der Bankenmetropole nach Juristen. Dahinter folgen Nürnberg und Osnabrück mit durchschnittlich 21,1 bzw. 21 Stellen für Juristen, die auf 100.000 Jobinserate fallen.

Wer hingegen in Freiburg im Breisgau auf Jobsuche ist, findet mit anteilig 3,3 pro 100.000 Stellen nur wenige Angebote für Juristen. Auch in Duisburg und Wuppertal, wo es nur 6,3 bzw. 7,1 Jobs für Rechtswissenschaftler gibt, ist der Arbeitsmarkt verhalten. Das Gleiche gilt für Lübeck, wo sich Juristen nur auf durchschnittlich 7,2 Stellen pro 100.000 Jobangeboten bewerben können. Mit Krefeld reiht sich eine weitere Stadt aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet in die Orte mit den wenigsten Jobmöglichkeiten für Juristen ein (7,4 Stellenanzeigen pro 100.000 Stellen). Die deutlichen Unterschiede beim Jobangebot resultieren vor allem aus der wirtschaftlichen Ausrichtung der Städte: Während in Metropolen wie Düsseldorf, Frankfurt am Main oder München viele Konzerne, Wirtschaftskanzleien und Bundesbehörden ansässig sind, ist der Bedarf an juristischen Fachkräften in kleineren Städten naturgemäß geringer.

Hier ist die Anstellung als Staatsdiener möglich
Ob in Behörden, Ämtern oder Ministerien, an Universitäten oder in der Justiz: Der Staat ist für angehende Juristen ein attraktiver Arbeitgeber. Laut einer Jurafuchs-Umfrage möchte immerhin ein Viertel der Jurastudierenden später als Richter oder Staatsanwalt arbeiten, weitere 11,3 Prozent im allgemeinen Staatsdienst. Wer als Staatsanwalt tätig sein möchte, sollte sich in Düsseldorf, Hamm und Köln umschauen. Für die drei Generalstaatsanwaltschaften wird nach Volljuristen gesucht – und mit flexiblen Arbeitszeiten geworben. Das Land Niedersachsen stellt vor allem im Maßregelvollzugszentrum Juristen ein.

Juristenjobs in München locken mit dem höchsten Gehalt
Um die besten Fachkräfte zu gewinnen, stellen einige Arbeitgeber bereits im Stellenangebot ein hohes Einkommen in Aussicht. In zwei Städten winkt Juristen auf Jobsuche demnach ein sechsstelliges Jahresgehalt: Mit 120.000 Euro ist das Mediangehalt in München am höchsten. In der bayerischen Landeshauptstadt werden vor allem Juristen im Senior-Level gesucht, die vergleichsweise besser bezahlt werden. Gut verdienen lässt es sich laut der Stellenangebote auch für Juristen in Frankfurt am Main, Stuttgart und Essen mit 107.500 bzw. je 90.000 Euro pro Jahr. Düsseldorf folgt mit einem Medianeinkommen von 77.000 Euro, das Juristen laut Jobangebot jährlich verdienen können.

Deutlich geringer sind die Gehaltsvorstellungen der Arbeitgeber in Karlsruhe: Pro Jahr werden die Jobs für Juristen mit 50.000 Euro im Median vergütet, nur etwas höher ist der Medianwert in Köln (55.000 Euro). Die in Aussicht gestellte Bezahlung potenzieller Arbeitgeber in Nürnberg (55.600 Euro), Hannover (62.500 Euro) und Dortmund (67.950 Euro jährlich) ist ebenfalls vergleichsweise gering, verglichen mit den Spitzenreitern. Insgesamt wird in 6,7 Prozent aller untersuchten Stellen ein Gehaltsrahmen genannt. Trotz der im Juni diesen Jahres anstehenden Verpflichtung durch die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, Gehaltsspannen in Stellenausschreibungen zu nennen, halten sich Unternehmen aktuell also noch bedeckt hinsichtlich der Gehälter.

Jede dritte Stellenanzeige verspricht flexible Arbeitszeiten
Neben dem Gehalt bieten viele Arbeitgeber eine Vielzahl an Benefits an, von denen die potenziellen Mitarbeiter profitieren. Jede zweite Stelle wirbt mit Weiterbildungsprogrammen, die in Anspruch genommen werden können (50,2 Prozent). Neben der eigenen Weiterentwicklung steht auch die Flexibilität im Fokus. 30,5 Prozent aller Positionen locken mit flexiblen Arbeitszeiten, weitere 18,7 Prozent aller untersuchten Stellen haben die Arbeitnehmer die Option, Homeoffice machen zu können. Firmenevents, die vorrangig den Teamgeist stärken sollen, sind in 15,2 Prozent der Jobinserate Teil der Benefits. Eine betriebliche Altersvorsorge durch den Arbeitgeber wird 14,5 Prozent aller Stellenangebote versprochen.

Jurafuchs-Gründer: Fachkräftemangel in der Justiz wird sich weiter verschärfen
„Unsere Analyse zeigt, dass der Bedarf an qualifizierten Juristinnen und Juristen trotz der aktuellen konjunkturellen Lage weiterhin vorhanden ist, regional jedoch deutlich variiert. So liegt der Anteil der juristischen Stellenangebote in Düsseldorf beispielsweise mehr als achtmal so hoch wie in Freiburg”, kommentiert Jurafuchs-Mitgründer Dr. Carl-Wendelin Neubert die Ergebnisse der Untersuchung. Er ergänzt: 

„Vor allem dort, wo viele Unternehmen um Talente werben, wird es für Arbeitgeber zunehmend wichtig, sich über attraktive Rahmenbedingungen zu differenzieren. Diesbezüglich reicht es allerdings längst nicht mehr aus, nur ein gutes Gehalt zu bieten. Das belegt auch eine Umfrage, die wir vor wenigen Wochen unter unseren Nutzern durchgeführt haben. Demnach gaben zwar 20,3 Prozent der Studierenden an, Jura vor allem wegen der guten Verdienstmöglichkeiten gewählt zu haben. Doch gleichzeitig sehen es 42,8 Prozent der Befragten als berufliche Herausforderung, eine gute Work-Life-Balance zu finden. Dass derzeit in nur jedem fünften Jobangebot Home-Office in Aussicht gestellt wird, zeigt jedoch die deutliche Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Deshalb haben Arbeitgeber, die verstärkt auf flexible Arbeitsmodelle setzen, derzeit noch enorme Vorteile im Wettbewerb um Nachwuchstalente.”

Über die Untersuchung
Für den Vergleich wurden insgesamt 1.555 Stellen berücksichtigt, die aktuell auf der Jobseite Indeed für Juristinnen und Juristen zu finden sind. Dafür wurde nach Stellenanzeigen mit den Schlagworten “Jurist”, “Rechtsanwalt”, “Legal Counsel” und “Syndikus” in den 50 größten deutschen Städten gesucht. Daraufhin wurde die Anzahl an Stellen für Juristen in das Verhältnis zur Gesamtzahl aller Jobs auf der Jobplattform gesetzt. Die Stellenanzeigen wurden im Hinblick auf den Standort, den Arbeitgeber, den Gehaltsrahmen und die Benefits ausgewertet. Wurde beim Gehalt ein Minimal- und Maximalwert angegeben, wurde ein Durchschnitt errechnet und nur die Städte mit mindestens zwei Gehaltsangaben berücksichtigt (Stand der Erhebung: 13. Januar 2026).

Über Jurafuchs

Jurafuchs (www.jurafuchs.de) ist Deutschlands führende juristische Lernplattform. Die App vermittelt prüfungsrelevantes Wissen und juristische Fähigkeiten für das gesamte Jurastudium, das Rechtsreferendariat und darüber hinaus. Auf Grundlage aktueller lernwissenschaftlicher Erkenntnisse und durch unabhängige Studien belegt, ermöglicht Jurafuchs effektives und anwendungsorientiertes Lernen durch Interaktion, Gamification, Microlearning und KI-gestützte Funktionen. Mit über 20.000 monatlich aktiven Nutzern sowie mehr als zehn Millionen gelösten interaktiven Aufgaben pro Monat ist Jurafuchs die meistgenutzte Plattform ihrer Art. Strategische Partnerschaften mit 25 Top-Kanzleien und führenden Universitäten sowie diverse Auszeichnungen wie die Verleihung der prestigeträchtigen Comenius Edu Media Medaille 2025 unterstreichen die Marktführerschaft. Das Unternehmen wurde 2018 von Christian Leupold-Wendling, LLM. (Cambridge), Rechtsanwalt Dr. Carl-Wendelin Neubert und Steffen Schebesta gegründet.

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